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Ein Vorstellungstermin

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Ein Vorstellungstermin

Man hatte mir angekündigt, daß mein Bewerbungsgespräch vor mehreren Personen stattfinden würde. Und vielleicht war es das, was schließlich meine Neugier weckte – schließlich hatte ich mich von dieser Art Spielchen eigentlich schon seit einiger Zeit verabschiedet. Aber vor einigen Wochen wurde ich kontaktiert, offenbar auf Empfehlung eines »Ehemaligen«, und gefragt, ob ich für unterwürfige Dienste zur Verfügung stände. Nach einigem Hin und Her online nun also das Vorstellungsgespräch.

Ich muß mir gelegentlich Belehrungen anhören über private Rollenspiele und die Kombination von mehr oder weniger enthüllender Wäsche mit (mehr oder weniger) orientalischer Kleidung. Und darüber was »heutzutage nicht mehr geht«… Damit da Klarheit herrscht:

Zu der Zeit meiner ersten Erfahrungen mit Fetisch-Parties war das Nonnen-Outfit ein beliebtes Thema, vorzugsweise in Lack, manchmal mit offenen Brüsten, immer mit Strapsen. Und selbst damals war das ein alter Hut – die Provokation mit Verbotenem und das Spiel mit dem Gegenteil von Keuschheit und Verhüllung war immer schon eine wichtige Zutat bei erotischen Spielen. Orientalische Phantasien von Harem, Sklavinnen und religiöser Züchtigkeit sind da nur eine weitere Facette. Und das Kopftuch mit seinen (meist fragwürdig begründeten) Verweisen auf Unterwerfung und verhüllte Enthaltsamkeit nur der aktuelle Beweis, daß alles funktioniert wie eh und je – da kommt der Kick eben nicht nur durch die Provokation mit kirchlichen Symbolen, sondern auch durch die bewußte Konfrontation mit politischer (bzw. religiöser) Korrektheit. Oder was man dafür hält. Alte Hüte eben – und ähnliche Kopfbedeckungen.

Durch meine Vorlieben für nostalgische Kleidung und entsprechende Verkleidungen und Rollen entwickelten sich Kontakte abseits der Clubszene – gemeinsame Fantasien lassen sich nun mal besser im kleinen Kreis bei regelmäßigen Treffs erkunden. Und durch gewisse orientalische Aspekte wurden die Rollen spezieller, die Anzahl der Interessenten aber nicht weniger. Und abgesehen von den üblichen Ausnahmen (die Einladung zu einem »Kameradschaftsabend« wurde ebenso ignoriert wie die Offerte eines Parkplatztreffs…) waren sich die Beteiligten immer bewußt, daß es um das Ausleben von Phantasien gehen sollte und daß eine verschleierte Haremsdame ebensoweit von der Realität entfernt ist wie ein Fetischgirl im Nonnen-Outfit. Aber vielleicht hatten meine Bekanntschaften in ihrer Jugend einfach zu lange vor dem Fernseher gehockt und »Bezaubernde Jeannie« geschaut.

Frühere Erfahrungen mit ähnlichen Bewerbungsterminen inspirierten mein Outfit: ein in der Hüfte eng geschnürtes Mieder betonte die entsprechenden Kurven, und ein Bullet-Bra brachte die Oberweite in unübersehbar üppig-spitze Form. Altmodisches Unterkleid und darüber ein weich fließendes bodenlanges Kleid mit Blumenmuster umspielten die Rundungen, und ein kunstvoll gewundenes Kopftuch vervollständigte die Erscheinung als gehorsame Hausgehilfin.

Erstaunlicherweise öffnete mir, pünktlich am vereinbarten Ort, eine agile Dame um die 60, die gleich unverfänglich plauderte, während ich Handtasche und Mantel ablegte. Ich wurde ins Wohnzimmer gebeten, wo in einer Sitzgruppe zwei ältere Herren saßen, zu denen sich Madame nun setzte.

Bei der nun folgenden Befragung verhielt ich mich wie im Vorfeld verabredet, als unterwürfige, etwas schüchterne Aspirantin, die auf anzügliche Bemerkungen schamhaft-erschreckt reagiert. (Es stellt sich in der Regel schnell heraus, ob die gegenseitigen Rollenverständnisse funktionieren oder ob es eher bemüht-verkrampft abläuft.) Die Hände auf dem Rücken, den Blick gesenkt, stand ich vor ihnen und antwortete auf ihre Fragen. Ja, absoluter Gehorsam wäre nichts Neues für mich. Nein, das Kopftuch würde ich nicht abnehmen. Geschicklichkeit mit Lippen und Zunge wäre vorhanden, und doch, eine Hausdienerin braucht strenge Erziehung, sowie Abrichtung durch Gäste. Bitte? – Ja, auch ins Gesicht. Nein, das Kopftuch würde nicht verrutschen. Beim Servieren würde die Oberweite wohl nicht stören. Sicher seien gelegentlich Bestrafungen nötig… usw. Schließlich stellte die Dame sich zu mir und begann, meine Röcke zu heben, so daß die Strapse zu sehen waren. Ihre Finger glitten am gerüschten Saum des Höschens entlang, dann darunter, und orientierten sich ausgiebig zwischen den Beinen, prüfend, aufreizend, feucht. Ich versuchte, mir meine zitternde Erregung nicht anmerken zu lassen.

Da! – ein fester, schmerzhafter Schlag auf den Po mit der flachen Hand beendete die Prüfung. »Ich glaube, meine Herren, unsere folgsame Muslima braucht eine konsequente Ausbildung zum Dienstmädchen.« Nach diesen Worten wurde ich in die Küche geschickt, wo ich dann einen schmuddeligen Kittel anzuziehen hatte. Zumindest als Küchenhilfe hatte ich die Bewerbung wohl mit Erfolg absolviert.

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