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Schwarzes Leder

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Schwarzes Leder

Schon öfter habe ich es erwähnt – Dinge gehen schief, enden anders als geplant, und manchmal überrascht man sich selber. Ich hatte mich bei lustvollen Begegnungen – zumindest was die Kleidung betrifft – schon seit langem auf die von mir bevorzugten Stile konzentriert: also vor allem die an dieser Stelle schon ausführlich beschriebene sogenannte »altmodische« Lingerie und passende Unterkleider und Strümpfe. Nun schlug neulich jemand (nicht zum ersten Mal) vor, ich solle mich in »Fetisch-Outfit, Lack und Leder« zeigen.

Das sind nun genau die Standard-Klischees die ich immer vermeiden will – ist es doch die Garderobe die man auf jeder landläufigen BDSM-Party zu sehen bekommt; und seit Jahren werden diese Teile auch im Mainstream-Versandhandel angeboten. Aber: in den Tiefen meiner Kleiderschränke habe ich tatsächlich noch sowas, und neugierig wie ich bin habe ich mir das Fach mal genauer angesehen. Und einiges anprobiert.

 

Ohne zuviel über mein Alter zu verraten muß ich gestehen daß es fast 20 Jahre her sein muß daß ich ein komplettes Outfit in dieser Art getragen habe. Und meine erste Überraschung war, daß fast alles noch passt (seltsamerweise scheint meine Oberweite etwas, nun ja: runder geworden zu sein…). Jedenfalls gab es keine Probleme, die nicht mit einem Korsett und kräftiger Schnürung zu lösen gewesen wären. Und so machte ich mich – auch in Erwartung einer Reitgerten-Behandlung für mein Hinterteil – auf den Weg; allerdings weniger in Lack, als in Leder: die erwähnte Lederkorsage hatte breite Strumpfhalter (mit Metall-Clips, natürlich!), der Spitzen-Slip vorne einen Leder-Einsatz, das (zugegeben) knallenge Oberteil betonte und formte die Brüste, und der superkurze Minirock war an der Hüfte ebenfalls mit Leder-Schnürung versehen. Armreifen, Spitzen-Handschuhe und eine sorgfältig platzierte Laufmasche sorgten für den gewissen schlampigen Touch. Und Hijab und ein langer Mantel gaben mir die Anonymität für die Anreise.

Die größte Überraschung kam jedoch kurz vor dem vereinbarten Termin: ich war gerade dabei, mich in der betreffenden Straße an den Hausnummern zu orientieren, als mein Handy eine Nachricht meldete: »muss leider absagen __ überraschend ***besuch***«. Also zurück nach Hause, in windiger Kälte, aber umgeben von einer süßlich-verführerischen Duftwolke, für die ich voreilig bereits gesorgt hatte.

Wie eine Freundin dann später am Telefon sagte »In dem Outfit hättest du dich auch gleich zu den Damen an die Straße stellen können…« Ob das wirklich ein Kompliment war…?

Über fatimaxberg

Ich lebe, arbeite und vergnüge mich in Berlin. Ich mag Hijab und Jeans, enge Korsetts und weite Röcke, High Heels und Sneakers, und verbringe eine Menge Zeit damit, mich an- und auszuziehen.

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